Deep Schrott

Ein Interview mit dem einzigen Bass Saxophon Quartett der Welt.

Am Freitagabend, den 24.01.2020 bekam das Viersener Publikum im Weberhaus ein außergewöhnliches und spannendes Konzert von Deep Schrott geboten. Nach dem Konzert sprach Kalle Stein vom Jazz Circle Viersen e.V. (JC) mit Dirk Raulf und Andreas Kaling von Deep Schrott.

JC: Vielen Dank für dieses spannende, tolle Konzert. Wie kam es zu eurem Bandnamen „Deep Schrott“?
Dirk: Nun, es war ein spontaner Einfall. Was für uns nahe liegt und es am besten trifft, tiefe Töne und viermal Blechbläser.
JC: Wie habt ihr zu dieser Formation zusammengefunden und seit wann gibt es „Deep Schrott“?
Andreas: 2008 spielte ich mit Dirk in Bielefeld auf einem Wohnzimmerkonzert auf Bass Saxophonen. Wir stellten fest, dass wir hieraus ein Projekt machen sollten.
Dirk: Die Idee war da, ein Bass Saxophon Quartett zu gründen, übrigens bis heute das einzige auf der Welt. Zunächst spielten wir mit anderen Musikern. Wir wollten unbedingt Jan dabei haben, nahmen Kontakt auf und die heutige Formation von „Deep Schrott“ entstand.
JC: Das Publikum hier in Viersen hat von euch heute mehr als Jazz zu hören bekommen. Einflüsse von Rock, Minimalmusik, moderner ernster Musik und Tonmalereien waren spürbar. Wie würdet ihr selbst eure Musik bezeichnen?
Dirk: Wir machen „tiefer gelegte“ Blasmusik! Das Denken in Schubladen kennen wir nicht. Uns interessieren keine Genre Grenzen. Unsere Musik ist Musik für vier Bass Saxophone.
JC: Seit 2008 sind mittlerweile 12 Jahre vergangen. Wie hat sich eure Musik im Laufe der Zeit verändert?
Andreas: Zunächst haben wir unterschiedliche Musiktitel gespielt und bearbeitet, die uns persönlich interessierten.
Dirk: Heute liegt unser Fokus auf dem Instrument selbst. Wir wollen herausfinden, was alles mit dem Bass Saxophon möglich ist, wir erforschen das Instrument, suchen alle Ausdrucksmöglichkeiten, die machbar sind.
Andreas / Dirk: Die neueren Kompositionen haben ruhige Klangpassagen mit langer Spieldauer, lassen Zeit und Pausen zu.
JC: Wieviel in Eurer Musik ist durchkomponiert, durcharrangiert und wie viel ist improvisiert?
Andreas: Die Titel sind durchkomponiert. Einige Stücke bieten in Solopassagen großen Spielraum für den Solisten, andere weniger. Es liegt am jeweiligen Titel. In vorgegebenen Takten kann sich ein Solist im Rahmen des Stückes entfalten.
Dirk: Solos haben in unseren Stücken nicht die Priorität, es kommt auf den Gesamtklang des Ensembles, auf das Zusammenwirken an. Das steht klar in Vordergrund.
JC: Dirk, Andreas, vielen Dank für unser Gespräch. Der Jazz Circle Viersen e.V. wünscht euch für die Zukunft alles Gute.